Es ist keine Bildungslücke, Tündern nicht zu kennen. Ein Wohnort wie viele andere auch. Mit Vereinen, Schule, Kindergarten, Kirche, Friedhof, Landwirtschaft, etwas Gewerbe, Kiesgruben. Das war es dann auch schon. Warum ich das hier Tündern aufführe? Ich bin hier geboren, aufgewachsen und leben immer noch hier. Grund genug, das Gewohnte einmal aufzubrechen und neu zu strukturieren.

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Impressionen


Ortsname

Verlauf von Weser und Emmer um das Jahr 1004 (Freihand nach Natermann 1933)

Der Ortsname wurde im Jahr 1004 erstmalig als “Tundirum” in einer Urkunde des Klosters Kemnade erwähnt. Archäologische Funde (Einbaum) lassen allerdings vermuten, dass an diesem Ort schon sehr viel früher Menschen dauerhaft als Fischer oder Jäger gelebt haben.

Die damalige Umgangssprache war das Althochdeutsch, das in Deutschland von 750 bis 1050 gesprochen worden ist. Wird diese Sprache zur Bedeutungsanalyse herangezogen ergibt sich für eine Flurbezeichnung sehr passendes Bild:

  • tun, tün, thun, thün, dun, dün, dum, düm steht für ein sumpfiges, morastiges Gelände oder einen Sumpf
  • di, dir, te, ter, ther, der steht für Baum oder Bäume in diesem Sinne auch für Wald

Zusammengefasst kann man also den Ortsnamen Tündern als einen Ort innerhalb eines bewaldeten Feuchtgebiet auffassen (Quelle: Dorfchronik).

Plausibel ist diese, weil sie ohne größere Widersprüche sich aus der damaligen Topologie erklären lässt. Die Weser hatte damals einen anderen Verlauf als heute. Bereits in den Jahrtausenden seit der Eiszeit ist ein häufiger Wechsel des Flussverlaufes im Tünderschen Flachland dokumentiert. Seit einem Durchbruch um das Jahr 1000 floss der Fluss etwa beginnend auf Höhe der Burg Ohsen in Richtung Tündern und machte dort wo heute die Gemarkung Linkworth einen Schlenker nach rechts um dann in etwa auf Höhe der heutigen Bahnlinie Hannover – Altenbeken bis nach Hameln zu fließen. Linkworth, der Name leitet sich ab von Links der Furt.

Die Emmer floss damals in dem Bett, das dem Verlauf der heutigen Weser entsprach.

Damals waren die Vorfluter der Flüsse nicht kanalisiert, wie es heutzutage fast überall der fall ist, auch hat es keinerlei Flussregulierung gegeben. Sehe ich mir naturbelassene Flussbetten einmal an, sind diese wesentlich breiter und flacher als die heutigen schiffbaren Kanalsysteme. Viele Nebenarme dürften damals das flache Land durchzogen haben und wenn der Fluss etwas mehr Wasser führte, gabs schon einmal nasse Füße.

Den heutigen verlauf nahm die Weser im Jahr 1374 nach einer Eisflut ein. Die schmale Landenge zwischen Weser und Emmer wurde durchbrochen und der heutige Verlauf entstand.


Quellen

  • Tündern, Ilse Kalvelage

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