Ich bin kein Experte in Sachen Elektrizitätswirtschaft oder Data Warehousing, sehe mich mehr als Generaldilettant. Mir wird auch beim Begriff „Experte“ mehr als flau im Magen. Ich lebe in einer Welt voller „Experten“, Leuten, die zum Thema mehr als eine Handvoll YouTube oder Facebook Videos gesehen haben, die mehr als drei Narrative aufsagen können und die jede Menge Follower haben, denen sie – möglichst einnahmenwirksam – nach dem Maul reden. Leute, die meinen mit ihrem „Expertenstatus“ jede Auseinandersetzung zu verhindern, sie sind es ja, die Experten, Personen, die angeblich wissen, was Sache ist. Nicht zu vergessen, die Partei mit ihren vielen Experten, die ihre Lemminge mit leicht verständlichen Sprachblasen füttert, um Stichwort getriggert öffentliche Diskussionen zu stören. Nein ich bin kein Experte, ich bin lediglich jemand, der versucht, sich eine fundamentierte Meinung zu verschaffen.
Bis zu meinem Ruhestand hatte ich über 40 Jahre in der Elektrizitätsversorgung gearbeitet. Nicht im Netz, aber an Stellen in der Verwaltung, in denen ich einen guten Überblick bekommen konnte. In den ersten zwei Jahrzehnten meines Berufslebens war ich im Controlling für Betriebsabrechnung, Strompreisantrag und Profitcenter zuständig. Es gab damals keine räumliche Trennung zwischen Technik und Verwaltung, so das ich durch Gespräche mit den Technikern und Ingenieuren ein gewissen Grundverständnis und Affinität für die Technik aufgebaut hatte. Dieses musste auch sein, weil die Betriebsabrechnung der Technik folgt, um die Kostensituation korrekt abzubilden. Nebenbei habe ich dann ab Anfang der 1990er das Abteilungsnetzwerk administriert. Im Rahmen dieser Tätigkeit war ich auch in die Diskussionen um die Entflechtung der Branche involviert. Ich habe also diesen wirklich großen Umbruch in der Versorgung als Randfigur mit gelebt.
<p>Der Umbruch kam, als mein Arbeitgeber verkauft wurde. Aus dem Controlling ging es in die IT, ich hatte immerhin einen SAP Entwicklerschlüssel (neben SDEVELOP auch SAPALL – geiles Sicherheitskonzept). Ich weiß nicht mehr genau wann ich das erste mal mit dem Thema Data Warehousing in Kontakt kam. Es war aber noch in der Zeit, als ich im Controlling tätig war. Mein damaliger Chef kam mit einem Buch zu diesem Thema an, multidimensionaler Zugriff. War zunächst rein theoretisch. Die ersten Versuche, ein Data Warehouse zum Laufen zu bringen kamen mit SAP BW Version 1.2, ich glaube B, bin mir da aber nicht sicher. Schönes Spielchen, morgens versucht den Server zu starten, bis sich dieser Verabschiedete. Bei Entwickler von SAP angerufen – das ging damals noch – und auf das Patch gewartet. Wenn es eingespielt war, ging startete der Zyklus neu. In einem lauffähigen Zustand habe ich die Version nie gesehen. Jedenfalls ging es in der ersten Hälfte der 2000er von Hameln nach Herford. Vorortsupport für CO und BW, ab 2009 dann eine Erleichterung: BW Support und Entwicklung in Hannover. Gearbeitet habe ich mit den Versionen bis 7.5, also klassisches SAP Business Warehouse auf Drehorgeln. Data Warehouses, zu denen auch SAP BW gehört, haben einen sehr starken Bezug zum Geschäft.