Prinzipien der Bildgestaltung

Angwandte Wahrnehmungspsychologie, der Prozess, mit dem der Mensch seine Umwelt optisch erfasst und wahrnimmt.

Ein Bild / Foto wird mit dem selben Wahrnehmungsinstrumentarium erfasst, mit dem jedes andere Objekt, jede andere Person wahrgenommen wird. Das funktioniert mit einem flachen Objekt wie einem Foto sehr gut, weil auch die menschliche Wahrnehmung physikalisch zweidimensional ist. Die Tiefe des Raumes, also die dritte Dimension, ist lediglich eine Interpretation des Bildinhaltes.

Die Krux mit der Heuristik

Wahrnehmung steht unter mehreren Prämissen:

  • Der Wahrnehmungsapparat, sprich dass was hinter den Sinnen steht ist begrenzt. Es können nicht im Bedarfsfall neue Resourcen zugeschaltet werden.
  • Die Wahrnehmung geschieht zeitkritisch. Feindliche Begebenheiten müssen rechtzeitig und schnell erkannt werden, damit rechtzeitig Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können.
  • Die Wahrnehmung geschieht im Stream, Reize kommen aus der Umwelt erreichen kontinuierlich die Sinne. Beschäftigt sich die Wahrnehmung noch mit alten Reizen, kann sie den Bezug zur aktuellen Situation verlieren.

Gesetze, Regeln, Prinzipien oder Faktoren der Bildgestaltung?

Hört sich zunächst wie eine formale Fragestellung an, ob es sich bei der Bildgestaltung um Gesetzt, Regeln, Prinzipien oder Faktoren handelt. Ich halte die Differenzierung aber für wichtig bei einer richtigen Gewichtung im Rahmen einer Bildgestaltung:

Ein Gesetz oder eine Regel steht für eine feste, zwingende Beziehung. Im gleichen Atemzug wird aber häufig betont, dass die „Gesetze“ nicht zwingend eingehalten werden müssen. Ein Bruch dieser „Gesetze“ und „Regeln“ zu einem besseren Resultat führt. Es besteht darüber hinaus die Gefahr, das ein vollständiges einhalten von Gesetzen und Regeln zu einem Einheitlichen, künstlichen Aussehen von Bildern führen.

Eine Prinzip kann für eine Basisorganisation oder Richtlinie stehen, die befolgt werden kann oder nicht. Es gibt da den schönen Begriff, der best practice, der besten Praxis, die meistens zum optimalen Erfolg führt. Sie kann, muss aber nicht

Ein Faktor ist ein möglicher Einfluss auf das Ergebnis.

Die Anzahl der optischen Informationen die das Auge erreichen ist sehr groß. Um sie zeitkritisch auswerten zu können müssen diese reduziert, geordnet und identifiziert werden. Mit einem organischen „Apparat“, der Begrenzt ist, der eine Arbeitsgeschwindigkeit hat und der +/- Just-in-Time arbeitet. Eine der Aufgaben in diesem Prozess ist die Auflösung und Ordnung der gesehenen Objekte, wie sie in der Gestaltpsychologie beschrieben werden.

Wahrnehmungsorganisation

Prozesse laufen in der Wahrnehmung parallel und unkoordiniert ab.

Gestaltfaktoren

Figur – Grund – Beziehung


Gestaltfaktoren

In der Gestaltpsychologie existieren 6 klassische Gestaltfaktoren / -prinzipien

Neuere Faktoren

Zusätzlich gibt es noch einige Faktoren, die aus Erfahrungen resultieren

Prägnanz

Faktor Prägnanz. Das Prinzip der Prägnanz beschreibt die Tendenz der menschlichen Gestaltwahrnehmung, Gesehenes in möglichst einfachen, prägnanten Formen aufzulösen.

Andere Bezeichnungen:

  • Prinzip / Gesetz der Prägnanz
  • Prinzip / Gesetz der guten Gestalt
  • Prinzip / Gesetz der Einfachheit

Ähnlichkeit

Faktor Ähnlichkeit. Objekte mit ähnlichen Aussehen werden von der menschlichen Gestaltwahrnehmung eher als Gruppe aufgefasst.

Linienfortsetzung

Faktor der gestaltgerechten Linienfortsetzung / fortgesetzten durchgehenden Linie

Nähe

Gemeinsames Schicksal

Vertrautheit

Neuere Faktoren

Gemeinsame Region

Elemente, die innerhalb einer gemeinsamten Region liegen, werden als eine Gruppe wahrgenommen

Verbundenheit

Zeitliche Synchronität

Zusätzlich gibt es noch

Zeitliche Synchroneinige Faktoren, die der Erfahrung nach einfluß haben können:

Ungrade Zahl


Figur – Grund – Beziehung

Beschreibt, wie sich ein Motiv (Figur) vom Hintergrund (Grund) abhebt, wie gut es erfasst werden kann.

  • Die Figur muss sich vom Grund abheben
  • Die kleinere Fläche wird meist als Figur, die größere eher als Grnd gesehen
  • Figur und Grund können nicht zugleich wahrgenommen werden
  • Vor allem diecht beieinanderliegende, sich ähnelnde Elemente werden zu einer Figur zusammengefasst
  • Symmetrische und geschlossene Formen werden bevorzugt als Figur wahrgenommen.

Probleme mit der Bildgestaltung

Unglaubwürdiger Bildaufbau

Konstuierte Situation

Optische Langeweile

Einheitsbrei

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