Tündern – Eine Wohnsiedlung, wie es viele gibt. Etwas Landwirtschaft und Gewerbe, Freiwillige Feuerwehr, Schule, Kirche, Kindergarten, ein Lebensmittelgeschäft, Vereine. Bis zur niedersächsischen Gemeindereform 1971 eine politisch selbständige Gemeinde. Ich bin hier geboren, aufgewachsen, habe Teile meiner Schulzeit hier verbracht und wohne immer noch hier. Ich schreibe dieses in dem Raum, in dem ich geboren worden bin. Das ist keine Trägheit, komme ich hier nicht mit den Leuten zurecht, klappt das auch nicht in Australien, Kanada oder Uruguay.
Geologie
Ich kommen nicht drum herum, zunächst einmal über die Beschaffenheit des Untergrundes, auf dem Tündern steht, zu schreiben. Themen wie der Verlauf der Weser, der Ortsname, Kiesgewinnung der Eindeichung und warum wir keine Umgehungsstraße für den Ort benötigen, erklären sich dadurch.
Topologie
Zunächst einmal zur Gestaltung der Erdoberfläche im Gemeindegebiet, also das was gemeinhin auf Karten zu sehen ist. Tündern liegt in einer Ebene und das in einem Gebiet, das sich Weserbergland nennt. Eine Ebene, die kaum Höhenunterschiede aufweist. Begrenzt wird die Ebene im Westen durch den Ohrberg. Dieser zwingt die Weser, ihre Flußrichtung um etwa 90° in Richtung Norden nach Hameln zu ändern. Südlich und östlich des Ortes gibt es langsame Anstiege des Geländes zu den Höhenzügen des Weserberglandes. Nach Norden hin setzt sich die Ebene fort.
Die Weser fließt südlich, aus östlicher Richtung kommend, an Tündern vorbei.
Geomorphologie
Tündern, genauer gesagt das gesamte Tal, in dem die Oberweser fließt, ist mit Kies gefüllt. Auf der Kiesschicht liegt eine Schicht von wenigen Metern Boden. Ich habe jetzt keine wissenschaftlichen Unterlagen zu diesem Thema, stelle aber die begründete Vermutung auf, das es sich hier um eine Schwemmebene aus der letzten Eiszeit handelt. Einige Kilometer von Tündern befindet sich eine Struktur,
Ortsname
Seit wann dieser Ort besteht, bzw. seit wann hier dauerhaft gesiedelt wurde ist mir nicht bekannt. Es gibt jedoch Funde, die darauf hindeuten, dass sich in dieser Gegend schon 1kJ vorher Leute aufhielten und – zumindest zeitweise – siedelten.
Ich berufe mich jetzt einmal auf die Dorfchronik von Frau Ilse Kalvelage (Tündern – Das Dorf im Weserbogen, 2. Überarbeitete Auflage, 1999). Erstmalig wurde der Ort 1004 urkundlich erwähnt als eine Siedlung mit Namen „Tundirum“ als König Heinrich II das Kloster Kemnade in den Reichsschutz aufnahm. Für die Interpretation des Ortsnamen gibt es zwei Ansätze:
- Ort mit einem Zaun (Tuin) herum (dirum)
- Erklärung aus dem damals üblichen Althochdeutschen als ein Ort in einem Sumpf / morastigen Gebiet
Die Interpretation als eingezäunter Ort stammt von Freydank (Die Bedeutung der Ortsnamen des Kreises Hameln-Pyrmont, Hameln, 1929) und geht wohl auf einer phonetischen Ähnlichkeit zu einem hier gesprochenen Plattdeutsch (?Pseudeplatt) zurück. Diese greift nicht auf die Ursprungssituation von 1004 zurück, verlässt nicht die Wohlfühlsphäre.
Die zweite Interpretation ist wesentlich plausibler. Sie entspricht der topologischen Lage des Ortes, sie entspricht der üblichen sprechenden Namensgebung von Orten. Diese war schon deswegen notwendig, um auch von Fremden ohne Ortskenntnisse verstanden zu werden. Zudem entspricht diese Interpretation der damals gesprochenen Sprache.
Ich fange einmal mit der linguistischen Erklärung an, wie sie in der Dorfchronik vermerkt ist. Im Althochdeutschen steht „TUN“, – in anderen Varianten auch „thun“, „thün“, „dun“, „dün“, „dum“ oder „düm“ – für Sumpf, Moder, Morast, Moor. Der Name Dümmer für den See leitet sic

