Ich will mich jetzt nicht auf eine Diskussion darüber einlassen, ob die Anlagen nun AKW oder KKW heißen. Ich nehme hier gewohnheitsmäßig KKW für Kernkraftwerk, es wird der Kern gespalten, die Elektronen verteilen sich dann auf die Bruchstücke. Das Kraftwerk liegt etwa 4 km Luftlinie von meiner Wohnung entfernt und hat mich mein Leben lang begleitet. Um es vorwegzusagen: Ich habe keine Angst vor diesen Geräten, ich gerate nicht in Panik, wenn ich etwas von einem Störfall höre. Ich gerate aber auch nicht in Ekstase beim Anblick. Es ist schlichtweg Technologie und politische Sicht der 50er und 60er Jahre. Es gibt auch keine Renaissance der Kernenergie, Forderungen kommen ausschließlich aus einer politischen Ecke, die im Gestern hängt und stolz darauf ist, nichts dazuzulernen. Es sollte sich jeder die Frage stellen, warum Steuermilliarden ausgegeben werden sollten um dann in der Steppen der Arktis oder Sachsens ein oder zwei Minikraftwerke zu bauen.

KraftwerkstypThermodynamisch
BrennstoffMOX
ReaktortypDruckwasserreaktor
Leistung, thermisch3.900 MW
Leistung, elektrisch1.430 MW brutto
1.360 MW netto
Projektbeginn1975
Betriebsbeginn01.02.1985
Betriebsende31.12.2023

Das Kraftwerk ist ein Relikt aus der Zeit, in der die Elektrizitätsversorgung in Deutschland durch Gebietsmonopole geprägt war. Ein Gebiet hatte einen Versorger, der zentral die Beschaffung der benötigten Strommengen durchführte. Entsprechend ist dieses Kraftwerk konzipiert, eine große Menge Leistung konnte zentral für ein Gebiet bereitgestellt werden. Mit der Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzt in 2005 hat sich die Beschaffungssituation grundlegend geändert.

Zurück zum Kraftwerk, das übrigens nicht still vor sich hin verrottend in der Landschaft steht. Soweit ich weiß, wird noch am Zwischenlager gearbeitet. Der Gebäudekomplex besteht aus mehreren Komponenten:

Dem kuppelförmigen Reaktorgebäude mit dem nuklearen Elementen der Energieerzeugung. Hier befindet sich der Reaktor zusammen mit dem Dampferzeuger, es ist also der Ort, an dem die Energieerzeugung stattfindet.

Dem Reaktorhilfsanlagengebäude mit Abfallkonditionierung und Fortluftkamin direkt am Reaktorgebäude.

Dem Schaltanlagengebäude mit Warte, von hier aus wird die Anlage gesteuert.

Den beiden Kühltürmen (Naturzug-Nasskühltürme, wie ihre Funktion technisch recht anschaulich beschrieben wird).

Dem Maschinenhaus mit den Turbine und dem Generator, wo die thermische Energie des Dampfes zunächst in eine mechanische Drehbewegung umgewandelt wird um daraus im Generator Elektrizität zu erzeugen.

Einem Zwischenlager für ausgediente Brennelemente.

Das Umspannwerk Grohnde für die Einspeisung der Energiemengen in das Übertragungsnetz liegt etwas abseits.



Quellen


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