
Was ist Wahrnehmung?
Die Natur kennt keine Farben! Die Natur kennt keine Töne, keine Harmonien! Die Umwelt kennt keine Gerüche oder Geschmäcker! Sie kennt elektromagnetische Strahlung, sie kennt Schalldruck, sie kennt die vier fundamentalen Grundkröfte. Sie hat eine chemische Zusammensetzung.
Wahrnehmung ist ein Prozess, mit dem wir die Informationen, die von den Sinnesorganen bereitgestellt werden, organisieren und interpretieren
Hagendorf, Krummenacher, Müller, Schubert – Wahrnehmung und Aufmerksamkeit
Wahrnehmung sind die Prozesse, die einem Lebewesen die Handlungsfähigkeit ermöglichen. Hierzu müsssen über die Wahrnehmung einige Teilaufgaben gelöst werden:
- Umwelt- und Körperüberwachnungsaufgaben (Exploration)
- Kooperation der Sinne unter Führung eines dominanten / leitenden Sinnes
- Räumliche Orientierung und Steuerung der eigenen Fortbewegung
- Erkennen von Objekten und Ereignissen in Abhängigkeit von Motivation und Bedeutung fürs Handeln
- Soziale Kommunikation, erkennen der eigenen Gruppe
- Erwerb neuer Fähigkeiten
zu einer Vorstellung verschaffen. Sie registrieren aus der Umwelt eingehende Reize über spezielle Sinneszellen, formen sie in neuronale Impulse um, verdichten sie, beseitigen Fehler und leiten sie zu einer zentralen Auswertung weiter. Diese Reize
Sinne
Sinne sind spezialisierte, aktive Prozesse der physiologischen Wahrnehmung. Reize der Umwelt oder des Körpers werden über spezialisierte Sinnesorgane aufgenommen, verarbeitet und interpretiert.
Eine Auswahl an Sinnen
| Sehsinn | Visuell | Augen | elektromagnetische Strahlung | |
| Hörsinn | Auditiv | Ohren | Druckschwankungen der Athmosphäre | |
| Tastsinn | Taktile Wahrnehmung | Haut | Verformung der Haut | |
| Geruchsinn | Olfaktorisch | Nase / Rachen | Chemische Zusammensetzung der Luft | |
| Geschmackssinn | Gustatorisch | Rachen / Nase | Chemische Zusammensetzung der Nahrung | |
| Gleichgewichtssinn | Vestibulär | Innenohr | Orientierung, Balance, Lage im Raum, Beschleunigung | |
| Temperatursinn | Vestibulär | Haut | Temperatur auf der Haut | |
| Schmerzsinn | Nozizeption | Körper | Warnung vor Schäden am Körper | |
| Tiefensensibilität | Propriozeption | Lage der eigenen Gleidmaßen zu kennen ohne sie zu sehen | ||
| Organtätigkeit | Viszerozeption | Informationen über die Organtätigkeiten (Hunger, Durst, Harndrang, Organschmerz) |
Gemeinsamkeiten der Sinne
Transduktion
Perzepte
Ein Perzept ist in der Wahrnehmungspsychologie das Ergebnis eines komplexen Wahrnehmungsprozesses, den eine Person beschreiben kann.
Ein Perzept ist das Ergebnis eines komplexen Wahrnehmungsprozesses, über das wir berichten können.
Hagendorf, Krummenacher, Müller, Schubert – Wahrnehmung und Aufmerksamkeit
Eigenschaften der Wahrnehmung
Wahrnehmung ist begrenzt
Ein Lebewesen nimmt nicht alle Reize, die aus der Umwelt einwirken, bzw. aus dem Körper kommen, wahr.
Schall ist begrenzt auf einen Frequenzumfang von 20 – 20.000 Schwingungen pro Sekunde. Langsamere und schnellere Wellen können nicht registriert werden. Wir hören nicht die Ortungssignale von Fledermäusen, wir hätten wahrschenlich auch nicht die Kommunkation von Dinosauriern gehört.
Der wahrnehmbare Teil der elektromagnetischen Strahlung beschränkt sich auf das sichtbare Licht. Ultraviolet und Infrarot sind für das Auge unsichtbar, ganauso wie wir auch Radiowellen, Röntgen- oder Gammastrahlung nicht bemerken.
Wahrnehmung ist selektiv
Wahrnehmung ist konstuktiv
Die Wahrnehmung versucht nicht, eine exkte Kopie der Umwelt in der Vorstellung aufzubauen. Die Reize werden interpretiert und zusammen mit bekannten Elementen zu einem Bild konstruiert. Das Bild einer Wahrnehmung entspricht also nicht exakt der Umwelt. Es wird ein Abgleich mit bekannten Elementen gemacht.
Dazu kommt, dass im verlauf der Transduktion Informationen verloren gehen.