Bauformen Stative

Ich beschränke mich hier auf die Bauformen, die in Fotografie und Video üblich sind. Natürlich können auch andere Apparaturen, wie z. B. eine dritte Hand, ein Stuhl, ein Tisch, eine Mauer, ein Ast herangezogen werden um die Kamera zu fixieren.

Bei den Bezeichnungen für die Stative handelt es sich um Handelsbezeichnungen, nicht um normierte Kennzeichnungen.

In der Fotografie gibt es zwei sich grundlegend unterscheidende Bauformen:

  1. Die eine, bei denen die Stativhöhe über die Beine bestimmt wird, also Beine haben, die bis nahe an die Nutzlast herangehen (Beispiel: Dreibeinstativ), engl. „Pod“.
  2. Die Andere, bei denen die Stativhöhe über die zenrale Säule erreicht wird. Stativbeine befinden sich am unteren Ende (Beispiel: Leuchtenstativ), engl. „Stand“

Bohnensack

Ursprünglich ein mit getrockentten Bohnen gefüllter Stoffsack. Heute wird für die Füllung ein Kunststoffgranulat verwendet. Verwendet wird ein Bohnensack als Unterlage auf einer vorhandenen Fläche. Dieses ermöglicht zum einen die Ausrichtung der Kamera, zum anderen schützt der Bohnensack die Kamera vor Beschädigungen.

Einbeinstativ

Zweibeinstativ

Dreibeinstativ

Heute übliches Stativ mit drei Beinen. Die Beine sind meist im gleichen Winkel voneinander am Stativkopf angebracht.

Die Bauform wird häufig mit der Nominalform „Stativ“ gleichgesetzt. Sonderformen sind:

  • Ministativ
  • Gorilla Pod
  • Reisestativ
  • Transformerstativ
  • Heavy-Duty (HD) – Stativ
  • Studiostativ (teilweise)

Vierbeinstativ

Reisestativ

Handelsbezeichnung für Stative, die für den Transport im Reisegepäck optimiert worden sind. Sie sind klein, leicht und haben ein geringes Packmaß. Üblicherweise haben derartige Stative viele Beinsegmente und eine lange Mittelsäule. Entsprechend ist die Stabilität eingeschränkt.

Reisestative sind sowohl aus Aluminium als auch aus Carbon gebaut.

Transformerstativ

Heavy-Duty (HD) – Stativ

Handelsbezeichnung für Stative für hohe Anforderungen, wie sie in der professionellen Videografie vorkommen. Hier kommt zum einen Kameras zum Einsatz, die relativ schwer sind und mit einer großen Brennweite ausgestattet sind. Zudem bieten diese Kameras Anschlussmöglichkeiten über Kabel für externe Monitore an. Derartige Stative müssen auch bei Kamerabewegungen (Schwenks) ihre Ausrichtung beibehalten und dürfen nicht ruckeln.

Die Stative sind auf Steifheit konstruiert und sind sehr verwicklungssteif. Hierzu und um den Schwerpunkt des Stativs niedrig zu halten, haben diese eine hohe Masse. Konstruktionsmaterial ist überwiegend Aluminium. Als Stativbeine kommen häufig Doppelrohrsysteme zum Einsatz um die Verwindungssteifheit zu erhöhen. Durch ihr hohes Gewicht liegt der Schwerpunkt des Gesamtsystems niedrig.

Derartige Stative sind oft mit einer Mitchell – Base, alternativ mit einem Kugelschale zur Nivellierung ausgestattet.

Die schwere Bauform und die geringe Seriengröße bedingen einen entsprechenden Preis.

Studiostativ

Der Begriff „Studiostativ“ wird im unterschiedliche technischen Kontext für Stative verwendet, die für den Einsatz auf dem Studioboden mit einem Rollensystem ausgestattet sind.

Technisch handelt es sich überwiegend um

  • Mit Rollen (Trolly) ausgestattete HD – Stative. Diese Stative ermöglichen ruckelfreie Kamerafahrten im Bereich professioneller Videografie.
  • Mit Rollen ausgestattete Säulenstative für schwere Kameras oder Beleuchtung. Diese Stative ermöglichen schnelle Ausrichtung der Nutzlast.

Säulenstativ

Hochstativ

Stative für die Nutzlasten in großer Höhe (bis 17 Meter). Hochstative können sowohl für Beleuchtung als auch für die Aufnahme zum Einsatz kommen. Für die Anbringung einer Kamera können Hochstative mit einem fernsteuerbaren Mehrwegeneiger ausgerüstet werden.

Leuchtenstativ

Reprostativ

Reprostative sind spezielle Stative zum Abfotorafieren ebener Vorlagen. Reprostative kommen vor allem bei der Digitalisierung von Büchern und Gemälden zum Einsatz. Aufgebaut sind Reprostative aus:

  • einer Bodenplatte für die Vorlage,
  • einer Säule um Kamera in variabler höhe über der Bodenplatte ausrichten zu können,
  • einem, an der Säule befestigten Arm für die Arretierung der Kamera und
  • einer Beleuchtungseinrichtung.

Einfache Reprostative werden ausschließlich manuell bedient, professionelle Stative können hierfür auch Servomotoren besitzten.

Der Einsatzbereich des Reprostatives hat sich mit der digitalen Fotografie gewandelt. In der klassischen Fotografie sind sie häufig integraler Bestandteil des Workflows. Üblicherweise werden Bilder einmalig ausgearbeitet und archiviert. Diese ausgearbeiteten Fotos werden für die Weitergabe abfotografiert, das Original verbleibt im Archiv. In der digitalen Fotografie ist dieses nicht mehr zwingend notwendig. Digital aufbereitete Fotos können durch kopieren verlustfrei gecloned werden.

Vergrößerungsstativ

Der Aufbau von Vergrößerungsstativen ist identisch mit dem der Reprostative, es befindet sich jedoch anstatt einer Kamera ein Vergrößerungskopf am Arm und die Beleuchtugnseinrichtung fehlt.

Schwebestativ

Decken- Wandstativ

Kardanische Aufhängung

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