Die Bezeichnung Data Warehousing stützt sich auf zwei Bestandteile: Data für Daten und Warehouse für Lager, Magazin, Ablage, Speicher, Warenlager oder dergleichen. Bevor ich mich um ein Data Warehouse kümmere, muss ich mir zunächst einmal die beiden Grundbegriffe ansehen, in diesem Beitrag um das Warehouse. Den Begriff der Daten behandele ich in einem anderen Beitrag.
Was ist ein Lager?
Ich will jetzt nicht mit Wissen glänzen, das ich nicht habe. Einblick in die Materie besteht in dem Minijob, den ich derzeit als Kommissionierer bei einem Versender habe. Der Job zwingt mich, meinen von zu viel Sitzen geplagten Körper in Gang zu halten. Lager gibt es nun viele. Im Heck meines Wagens befindet sich eines, in meinem Kühlschrank befindet es sich eines, unterm Teppich haben viele auch ihr Lager. Die sind allerdings alle nicht verwaltet oder auf Hochdeutsch gemanaged. Ich beziehe mich hier auf Lager im professionellen Bereich.
Aus meiner beruflichen Sicht mit über 4 Jahrzehnten in der Elektrizitätswirtschaft spielen Materiallager nur eine untergeordnete Rolle. Strom wird direkt nicht im industriellen Maßstab gespeichert. Eine direke Speicherung ist nur in Kondensatoren oder Spulen im kleinen Mengen möglich. Um Elektrizität zu speichern, wird die elektrische Energie in eine speicherbare Energieform umgewandelt.
Die Klassiche Form der Speicherung sind Pumpspeicherkraftwerke, in denen Wasser in ein höher gelegenes Becken gepumpt wird, entsprechend die potentielle Energie (Lageenergie) erhöht wird. Im Bedarfsfall läuft der Vorgang in umgekehrter Richtung ab, es wird wieder Strom erzeugt. Das Problem bei Pumpspeicherkraftwerken ist, das hier topographische Voraussetzungen vorhanden sein müssen. Es muss sich ein großes Speicherbecken in ausreichender Höhe über den Turbinen vorhanden sein. Es muss zudem ausreichen verfügbares Wasser zur Verfügung stehen. Mittlerweile gewinnt die Speicherung in Form chemischer Energie innerhalb von Akkumulatoren immer mehr Bedeutung. Die Fertigung entsprechender Zellen wird immer billiger, so dass dieses eine wirtschaftlich tragbare Form eines „Stromlagers“ annimmt. Lager gibt es durchaus, Zweck dieser Lager liegt allerdings in der Sicherstellung des Betriebs der Anlagen (Wartungsmaterial, Spezialersatzteile und ähnliches).
Ich habe einmal in den Untiefen der Betriebswirtschaftsleere nachgesehen, welche Funktonen von Lagern dort existieren:
Die Bereitstellung von Gütern ist wohl die allgemeine Funktion eines Lagers. Roh-, Betriebs- und Hilfsstoffe werden in der Produktion kontinuierlich benötigt. Es gilt zwar, dass Bedarfsgerecht (just in Time) angeliefert wird, aber auch eine LKW-Ladung Güter muss bis zum Verbrauch erst einmal zwischengelagert werden. In diese Kategorie fällt auch das sammeln von Gütern zur gemeinsamen Weiterbehandlung, z. B. von Containern zur Verschiffung. Ich würde hier auch die Einlagerung von Nahrungsmitteln nach der Ernte bis zum Verbrach einordnen.
Die Veredelung von Gütern ist weniger öffentlich Sichtbar. Spirituosen müssen über Jahre bis zur Reife gelagert werden. Hölzer müssen getrocknet werden.
Größendegression ist grade im Versandhandel und Großhandel ein Thema. Beschafft werden die Güter in großen Chargen, diese werden Zwischengelagert und in kleinen Mengen zusammengestellt.
Die Darbietung von Gütern kennt wohl jeder aus einem Showroom, dem Supermarkt, einem Baumarkt, einem Diskounter oder auch auf einem Marktstand. Die Waren werden offen präsentiert, können vom Kunden begutachtet und kommisioniert werden.
Spekulation als Grund für eine Einlagerung ist verbreitet. Es wird nicht gleich verkauft, es wird auf einen höheren Preis / Wert in der Zukunft gesetzt.
Sicherung der Versorgung, um einen reibungslosen Ablauf der betrieblichen Funktion zu gewährleisten. Um jetzt in der Elektrizitätsversorgung zu bleiben: Hierzu gehören auch Spezialersatzteile für Kraftwerke und Transformatoren, deren Ersatzbeschaffung Monate, wenn nicht auch Jahre dauern würden.
Lagerorganisation
mehreren Bereichen mit unterschiedlicher Funktion:

Das Lager unterteilt sich grob in zwei Bereiche, die organisatorisch voneinander getrennt sind:
Beschaffung
Der Wareneingang in meinem Lagermodell ist objektorientiert. Im Zentrum des Interesses stehen die Waren. Sie werden entsprechend ihrer Spezifikation bei einem Hersteller weltweit bestellt und bei Abruf oder Bestellung von diesem geliefert. Der Weg, über den die Güter transportiert werden, ist individuell, meist wird der überwiegende Teil der Strecke im Container per Schiff erfolgen. Die direkte Anlieferung erfolgt jedoch standardmäßig mittels LKW durch einen Spediteur über die Straße.
Wareneingang
Der Wareneingang ist die Schnittstelle zum Transportsystem des Spediteurs. In den mir bekannten Fällen wird per LKW angeliefert. Der Wareneingang besteht aus einer Anzahl von standardisierten Ladebuchten, an die das Speditionsfahrzeug heranfahren kann um dort direkt entladen zu werden. Es ist so möglich, die benötigten Waren weltweit zu beschaffen.
Warenannahme
Lieferungen müssen bei der Annahme am Wareneingang erfasst und auf ihre Vollständigkeit und das Vorhandensein von Fehlern überprüft werden. (Qualitätskontrolle). Transportverpackungen müssen entfernt werden. Erst danach kann die Ware in das Lager gebracht und dort eingelagert werden. Die Ware wird vom Warenwirtschaftssystem erfasst, so dass diese später im Warenfluss innerhalb des Lagers abgerufen werden kann.
Vorratslager
Es können nicht auf Dauer die momentan abgerufenen Daten angeliefert werden. Effektiv werden Lieferungen erst bei einer Optimalen Nutzung des Lieferweges. Ein Vorratslager sorgt für die Pufferung, um einerseits eine optimale Beschaffung zu organisieren und auf der anderen Seite einen kontinuierlichen Abgriff für die Auslieferung zu ermöglichen.
Auslieferung
Organisatorisches Ziel ist es, die Materialanforderungen des Bestellers optimal zu erfüllen. Es steht damit das Subjekt „Kunde“ in der Perspektive. Schnittstelle zum Vorratslager sind Hochstapler, welche die Paletten aus dem Vorratslager in das Kommissionierungslager verbringen.
Lager für Kommissionierung
Die Lager, die ich kenne, bestehen aus zwei Zonen: Eine für die Einlagerung der Gebinde, die noch nicht benötigt werden, eine zweite, die im Bedarfsfall aus dem Gebinde Lager gefüllt wird, aus der die Warenentnahme stattfindet. Die Unterteilung ist +/- organisatorisch.
Bei dem Lager für die Kommissionierung steht der eigentliche Vorgang des Zusammenstellens der Materialanforderung im Vordergrund. Die Waren werden griffbereit an eindeutig identifizierbaren Lagerplätzen aufbewahrt.
Gefüllt werden die Lagerplätze aus dem Vorratslager mittels Hochstaplers. Die Verpackung wird geöffnet, so dass die Kommissionierer Zugriff haben. Spezielle Güter, die sehr viel Abrufen werden bereits vor dem Verbringen an den Lagerort mit ihrer Versandverpackung versehen, um den Versandprozess zu Beschleunigen. Der Organisatorische Freiraum ist im Lager größer als beim Versand.
Kommissionierung
Die Kommissionierung umfasst das Zusammenstellen und Aufbereiten der angeforderten Artikel eines Auftrags. Für die Kommissionierung wird ein Lagerauftrag erstellt, der Material, Menge und Lagerort enthält. Der Kommissionierer sucht entsprechend den Vorgaben die gewünschten Artikel auf einem Wagen oder direkt in einen Karton zusammen. Die Waren werden ev. entsprechend den Wünschen des Anforderers aufbereitet oder gereinigt.
Abgeschlossene Lageraufträge werden an den Versand übergeben.
Versand
Die Waren werden überprüft und verpackt.
Die Waren werden entsprechend im ERP-System erfasst, Änderungen der Lagerbestände werden entsprechend verbucht. Das Packet wird beim Versandunternehmen gemeldet. Pakete eines Versenders werden auf Containern zusammengestellt, um eine schnelle Übergabe bei der Abholung zu ermöglichen.
Warenausgang
Ein LKW des Versandunternehmens übernimmt die Waren an einer Ladebucht. Die Container und die darin enthaltenen Pakete werden an den Spediteur übergeben.
(Sorry, wenn ich jetzt mangels echter Fachkenntnis nicht unbedingt die korrekten Fachbegriffe benutze)
Eigenschaften
- In einem Lager finden keine Änderungen an den Waren statt. Es wird mit den Gütern nicht aber an gearbeitet
- Das Lager passt eine optimierte Beschaffung durch einen Warenbestand an den Bedarf des Kunden an.
- Der Inhalt eines Lagers orientiert sich an den Anforderungen des Kunden, egal ob dieses eine dritte Partei ist oder sich um die eigene Produktion handelt (Subjektorientierung)
- Die Warenlagerung orientiert sich an der Art der Güter.