Bei dem Gasometer der Stadtwerke Hameln handelt es sich um einen Teleskop-Gasbehälter, einer Weiterentwicklung des Glockenbehälters. Bei ihm sind die Seitenwände teleskopartig ineinander gesteckt. Gegen Gasverlust werden diese Segmente durch Wasserdichtungen abgedichtet. Durch den Teleskopauszug wird das Behältervolumen der jeweiligen Füllmenge an Gas angepasst. Ursprünglich wurden diese Gasbehälter bei der Gaserzeugung durch Verkokung eingesetzt um die Bedarfsschwankungen im Abnahmenetz auszugleichen.

In Hameln wurde bereits ab 1861 ein Gaswerk eröffnet, 1889 wurde das bis dahin private Gaswerk durch die Stadt Hameln übernommen und bis 1964 fortgesetzt. Hierbei handelt es sich um eine Fraktionierung der Kohle durch Wärmeeinwirkung unter Luftabschluss. Flüchtige Bestandteile werden durch die Hitze freigesetzt und entweder durch Kühlung wieder verflüssigt oder als Gas in das Netz abgegeben. Die flüssigen Bestandteilen werden unter anderen in der chemischen Industrie als Rohstoff eingesetzt.

Nach dem Ende der Verkokung erfolgte bis 1976 die Belieferung der Hamelner Verbraucher mit Ferngas, ab diesem Zeitpunkt mit Erdgas.

Der Gasometer in der Hamelner Südstadt stammt aus dem Jahr 1942, also der Zeit der Kohleverkokung. Zunächst war er zweihubig mit einem Fassungsvermögen von 16.000 m³, 1954 wurde ein weiterer Hub eingebaut und die Kapazität auf 24.000 m³ erhöht.

Die Ausserbetriebsetzung erfolgte im August 2020.



Quellen


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