Meine Sinnkriese

Ich sehe mich eigentlich nicht als Fotograf, eher als jemand, der Standbilder mit einer Kamera anfertigt. Ich bin schon eine Weile neben meinen Auftritten in Flickr und 500px in “Sozialen” Netzwerken (Fratzenbuch, Instagram, YouTube) unterwegs und kann mich dort nur in seltenen Ausnahmefällen wiedererkennen. Ehrlich gesagt, ich stecke da in so etwas wie einer Sinnkriese.

Zum einen fehlt mir die Fixierung auf Technik, das neuste Technikgelaber auf irgendwelche Kanälen langweilt mich. Schön dass da irgendein Hersteller irgend etwas herausgebracht hat. An meiner konkreten Aufgabenstellung ändert das aber nichts. Und die Werbewirksame Megapixelzahl ist absolut irrelevant, wenn lediglich nichtssagende, inhaltleere Fotos abgeliefert werden. Neuer Autofokus, neuer Bildstabilisator – schön, die Technik ist schon seit Jahren derart Fortentwickelt, das dieses in der Breite keinen Vorteil mehr bringt. Wer jetzt auf die Idee mit dem ELV kommt, sorry den hatte ich schon vor über 20 Jahren an einer Minolta Dimage 7, der war sogar schon um 90° kippbar.

Ich habe meine Probleme mit den Pixelpeepern, Bild ignorieren, Motiv ignorieren und rauf auf irgendwelche Details, nachschauen ob der Taubenkot auf Onkel Fritz seinen frisch gewichsten Schuhen auch zu sehen ist, oder ob an der Antenne im Hintergrund alle Drähte erkennbar sind.

Mir fehlt der Glaube an die Macht der Likes, zumindest, wenn es darum geht, so etwas wie ein guter Fotograf zu werden. Einfach nur dem Geschmack der Masse hinterher rennen. Bewertung durch den Betrachter? Wohl in den seltensten Fällen, meist ein abliken aus irgendwelchen Gründen, bestenfalls weil es gefällt.

Gegenmaßnahmen

Ich will hier jetzt nicht zu viel rumheulen, aber ich benötige Gegenmaßnahmen um nicht vollständig in Depressionen zu verfallen. Mittel meiner Wahl sind Projekte, also zeitlich abgeschlossenen Handlungen mit einem definierten Ziel. Entsprechend des Umfangs können natürlich auch Milestones eingebaut werden.

Projekte

Fotografisches Wissen für Anfänger

Fotografie ist zunächst ein technischer Vorgang und führt zu einem Resultat, dem Foto. Nun sieht eine Kamera anders als der Mensch visuelle Informationen über die Augen aufnimmt. Sie hat im Normalfall nur ein Objektiv, sieht damit nicht Stereoskopisch. Sie hat kein Erinnerungsvermögen, das ihr hilft Fehler zu korrigieren. Sie sieht Kumulativ über die gesamte Breite der Abbildung, nicht nur wenige Prozent des Sichtfeldes wie beim Menschlichen Auge aus denen im Kurzzeitgedächtnis ein Bild aufgebaut und mit der Erinnerung / Erfahrung abgeglichen wird. Sie interpretiert und gewichtet keine Objekte im Motivbereich, was einem spätestens dann Bewusst wird, wenn die leuchtend rote Blumenwiese sich auf dem Foto als ein paar rote Punkte auf sattem Grün entpuppt.

Für die Bedienung einer Kamera ist die Bedienungsanleitung nützlich, ausprobieren kann man sie vor der Haustür. Der beste Mentor hierfür ist das Kind in dir, lass es raus, lass es die Knöpfe drücken und an den Rädern drehen und sehen wie es wirkt. Nicht einmal, nicht zweimal sondern immer und immer wieder. Niemand wird dazu gezwungen, alle seine Fotos zu veröffentlichen, aber man sollte zu sich so ehrlich sein und aus seinen Fehlern lernen, das bringt mehr als unverdautes Halbwissen, dass einen vom Auslösen abhält.

BereichThemaBeschreibung
TechnikStativeInformationssammlung zum Thema Stative
BildgestaltungGrundlagen der GestaltungstheorieDie Gestaltungstheorie ist die Basis für den Aufbau eines Fotos, kein Naturgesetz, kein Strafgesetzt. Eher eine Reihe von Lehrsätzen, die sich empirisch als Hilfreich erwiesen haben.

Peoplefotografie

Ich habe lange gezaudert, Peoplefotografie mit auf die Liste meiner Projekte zu setzen. Gründe hierfür möchte ich hier nicht diskutieren, sie liegen sehr im persönlichen. Irgendwann muss aber mit meiner Historie brechen und den Platz neu besetzten, will ich nicht im Jammertal landen.

Peoplefotografie hat seinen kommerziellen Wert in Teilen verloren. Ich möchte hier keine Ursachenforschung betreiben, aber von Peoplefotografie kann heute kaum noch jemand Leben. Und: Ich habe keine Lust auf Passbildfotografie.

Ziel ist es, meinen eigenen Weg in der Fotografie von Menschen zu finden.

Wohnzimmerstudio

Hängt ein wenig mit der Peoplefotografie zusammen, ist aber darauf nicht eingeschränkt. Ich hause in einer kleinen Junggesellenwohnung, ca. 140 m² Wohn- plus etwa 70 m² Nutzfläche. Sehe ich einmal vom Schlafzimmer und dem Bad ab, halte ich mich im wesentlichen in meinem Arbeitszimmer auf. Besucher kommen meistens nur bis in die Küche oder im Sommer auf die Terrasse. Ein Raum ist über, die “gute Stube”. Selten genutzt, spärlich möbliert. Nicht sonderlich groß: 7,5 m lang, 4 m breit und 2,5 m hoch. Es stellt sich nun die Frage, wie kann ich diesen Raum auch als Wohnzimmerstudio nutzen.

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