Olympus Live Composit
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Olympus Live Composit

Fotografieren bei Dunkelheit hat etwas Faszinierendes. Langzeitbelichtungen mit dem satte Schwarz der Nacht, aus dem die hellen Bildteile sich hervorheben, LowKey Outdoor. Für die meisten fotografischen Aufnahmen bei Nacht, reicht ein Stativ und eine ausreichend lange Belichtungszeit. Die Beleuchtung der Motive ändert sich normalerweise nicht, bzw. kleinere Änderungen können später korrigiert werden oder man startet gleich eine Bildserie. Problematisch wird es, wenn es sich im Motivbereich nicht um eine statische Szene handel und / oder Bewegungsabläufe abgeschätzt werden müssen. Auf Anhieb fallen mir einige Aufnahmesituationen ein, auf die dieses zutrifft:

  • Durchgängige Leuchtstreifen von Fahrzeugscheinwerfern
  • Gewitterfotografie mit Blitzen
  • Lightpainting und
  • Sternenspuren.

Bei der Fotografie durchgängiger Leuchtstreifen, z. B. von PKW-Scheinwerdern gibt es die Probleme, den Verkehr im voraus einschätzen zu müssen und der ev. sehr hohe Kontrast zwischen Hintergrundmotiv und Scheinwerferlicht. Straßenverkehr ist nicht unbedingt etwas kontinuierliches, bei dem immer die gleiche Anzahl von Fahrzeugen mit konstanter Geschwindigkeit daherkommen. Außerdem muss die Helligkeit des Hintergrundes zu den Streifen passen.

Live Composit: Strassenverkehr vor dem Hamelner Munster

Gewitter sind Naturphänomäne, Blitze kündigen sich normalerweise nicht in einer Form an, die für den Menschen wahrnehmbar ist. Wenn ein Blitz am Horizont erscheint, ist es im Normalfall für die Auslösung der Kamera zu spät, hier kann man sich durchaus mit einen Fangschuss aushelfen, bei dem der Verschluss auf gut Glück eine lange Zeit offen gehalten wird. 

Beim Lightpainting werden gezielt Leuchtspuren vor einem dunklen Hintergrund erzeugt um Figuren damit zu zeichnen.

Um die Belichtung bei derartigen Situationen zu vereinfachen, hat Olympus einen Belichtungsmodus in die Kameras implementiert, das

Olympus Live Composit

Weder im Handbuch zur Olympus OM-D E-M1 Mark II noch in dem der E-M2 Mark II ist dieser Belichtungsmodus ausgiebig behandelt. Informationen zu dieser Belichtungsart musste ich mir zusammensuchen, bzw. ausprobieren. Bei diesem Modus handelt es sich um einen erweiterten Bulb-Modus.

Langzeitbelichtungen bestehen normalerweise aus einer Aufnahme. Wie bei jeder normalen Aufnahme bei ausreichend Licht, wird der Verschluss geöffnet und nach Ablauf der Belichtungszeit wieder geschlossen. Bei einigen Belichtungssituationen führt dieses zu dem Problem, dass der Vorgang, der Fotografiert werden soll so lange dauert, dass andere Bildbestandteile überbelichtet sind. Schwierigkeiten gibt es ebenfalls, wenn Intensität und Dauer nicht abschätzbar sind.

Ablauf

Im Gegensatz zu einer konventionellen Langzeitbelichtung wird hierbei der Verschluss nicht während der gesamten Belichtungszeit geöffnet, sondern der Verschluss bis zur Beendung in einer Schleife für die voreingestellte Belichtungszeit geöffnet. Für eine Aufnahme im Live Composit Modus sind drei Auslösungen des Auslösers notwendig.

Die erste Betätigung des Auslösers leitet eine Phase ein, in der sowohl das Bild aufgebaut werden kann (sofern nicht vorher bereits geschehen), als auch die Belichtung des Bildes, welches die Basis bildet eingestellt werden kann. Um erstes zu erreichen, kann die Kamera auf ihrem Stativ eingerichtet und ein passender Aufofokuspunkt gewählt werden. Für die Basisbelichtung lässt sich die Blende ganz normal am vorderen Einstellrad wählen, die Belichtungseit wird durch drücken der Menütaste auf dem Monitor bzw. ELV einstellen. Als Belichtungszeit stehen Werte ab einer halben Sekunde bis zu einer Minute (60 Sekunden) bereit. Auf der Lichtwaage im Sucher lässt sich ablesen, inwieweit die eingestellten Werte von einer Normalbelichtung abweichen.

Durch eine weitere Betätigung des Auslösers wird die eigentliche Belichtung eingeleitet, es werden ohne Unterbrechung Aufnahmen mit den eingestellten Belichtungswerten gemacht. Nach Ablauf der ersten Aufnahme erscheint das Bild auf dem Monitor. Mit jeder weiteren Belichtung werden auf dieses Bild die jeweils helleren Bildbestandteile auf das Basisbild, das auf dem Monitor angezeigt wird, übertragen. man kann also den Aufbau des Fotos live, mit etwas Verzögerung, beobachten.

Der dritte Druck auf den Auslöser beendet die Aufnahme und das Foto wird auf die Karte geschrieben.

Einschränkungen

Um eine Live Composit Belichtung durchzuführen, können nicht alle Werte, die an der Kamera möglich sind, verwendet werden, es gelten ein paar Einschränkungen:

  • Die Belichtungszeit für eine derartige Aufnahme liegt zwischen 0,5 und 60 Sekunden und es muss die vom Menü vorgegebene Zeitreihe verwendet werden.
  • Die Gesamtbelichtungszeit kann 3 Stunden nicht überschreiten.
  • Die höchste Empfindlichkeit beträgt 1.600 ISO.
  • Es kann ausschließlich der elektronische Verschluss (Silent Shutter) verwendet werden. Die Einstellung auf diesen Verschluss erfolgt automatisch mit einstellen des Modus.

Natürlich sind derartige Aufnahmen ohne stabiles Stativ kaum zu realisieren.

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