Home – Shooting

Home – Shooting

Bevor ich Tiefer in das Thema Homestudio einsteige, ein kleiner Exkurs in die Praxis: Das Home – Shooting. Eigentlich ein On Location Shooting, wobei eine Wohnung, üblicherweise die des Models oder die des Kunden oder der Kundin, als Rahmen für ein Shooting verwendet wird.

  • Es kann die Wohnung so verwendet, wie sie ist. Es können zwar einzelne Möbel verschoben werden, aber im Grunde gibt die Wohnung den Rahmen vor. Ein gewohntes Umfeld, das Sicherheit vermittelt, eventuell Begleiter, Lebenspartner können mitwirken.
  • Mit der Wohnung wird auch das Licht vorgegeben, Es wird zunächst so verwendet wie es im Moment der Aufnahme ergibt, hinlänglich auch “Available Light” genannt. Natürlich können auch einfache Hilfsmittel verwendet werden, die schnell wieder eingepackt werden können. Hierzu gehören Blitzgeräte mit Akkubetrieb, Diffusoren und Reflektoren.
  • Für ein Portrait wird eigentlich nur ein neutraler Hintergrund benötigt. Im Zweifelsfall reicht eine Stelle mit Raufaser.
  • Auch können Elemente aus der Boudoir Fotografie verwendet werden. Der Begriff selber stammt aus dem Französischen. Bei Leo.org komme ich als Übersetzung den Begriff “Damenzimmer”, gemeint ist ein Rückzugsraum für die Weiblichkeit. Die Boudoir – Fotografie selbst ist eine sehr sinnliche, etwas zurückhaltende Fotografie, auf marktschreierische Elemente wird verzichtet.
Adelka (CZ, 2020) nach dem Shooting

Aus meiner Sicht

Zunächst ist ein Home – Shooting zunächst eine Aufgabe mit einer mir unbekannten Person an einem mir unbekannten Ort. Ich muss mich orientieren, sowohl was das Modell als auch den Ort betrifft. Ich gehöre nicht zu den Personen, die unbefangen auf mir fremde Personen zugehen kann, ich muss sie eigentlich immer erst kurz kennen lernen um zu sehen, wie sie sich verhalten. Zudem müssen einige Formalitäten erledigt und das bevorstehende Shooting besprochen werden. Ich möchte mir klar darüber werden, dass mein Gegenüber weiß, worum es sich handelt. Auch wenn ich die Aufnahmen nur an den Auftraggeber / die Auftraggeberin weitergebe existieren sie.

Beim Shooting selber gilt eine alte Regel der Peoplefotografie: Fotos sind Teamarbeit, ich als Fotograf bin dafür zuständig, dich, das Modell, im Umfeld zu positionieren und dich zu einer Pose zu motivieren. Wie du auf dem Foto erscheinst, ist deine Aufgabe: Gelangweilt, fahrig, unkonzentriert – kommt nicht wirklich gut. Die Gesichtsmimik des Modells ist das wichtigste am Foto, das worauf jeder Betrachter als erstes anspricht. Gute Modelle sind auch gute Darsteller.


Kurz

WoIn dem Umfeld des Modells, Zuhause, im Studio, im Büro
AufnahmebereicheEntsprechend Absprache von Portrait bis freizügiger Akt oder mehr
DauerVorbesprechung 1/2 h, Shooting 1-3 Stunden

Ein paar Worte zum Home – Shooting

Wachdienst (D, 2022)

Voraussetzungen

  • Mindestalter 18 Jahre, Geschäftsfähigkeit
  • Deutsch muss verstanden werden

Das Problem mit der Privatsphäre

Nicht zu unterschätzen, das ist ein Eindringen in die Privatsphäre: Ein meistens Fremder – der Fotograf, in diesem Fall ich – dringt in den persönlichen Bereich des Modells, des Kunden bzw. der Kundin ein. Er durchsucht die Wohnung um Positionen für das Modell zu finden, stellt eventuell auch noch das Mobiliar um. Allein die Vorstellung kann bei ängstlichen Personen bereits zu Problemen führen. Ich habe nichts dagegen, wenn eine Person des Vertrauens das Modell begleitet. Diese Person muss allerdings damit Rechnen, einen Reflektor in die Hand gedrückt zu bekommen.

Teamarbeit

Peoplefotografie ist immer Teamarbeit, ich als Fotograf bin für den äußeren Rahmen zuständig, das Posing und damit die Eigendarstellung liegt in der Zuständigkeit des Modells, grade hier kommt es auf den Gesichtsausdruck an, wie du auf den Bildern erscheinst.


  • Die Aufnahmen dieses Beitrags sind mit professionellen Modellen im Rahmen von Home – Shootings angefertigt worden.

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