Adobe Photoshop – Frequenztrennung

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Bildbearbeitung, bei der großflächige Bildinformationen getrennt von klein strukturierten Bildinformationen getrennt bearbeitet werden können. Bei großflächigen Informationen handelt es sich überwiegend um die Farbinformation des Bildes, bei den klein strukturierten um die formgebenden Bildinformationen.

Hierzu wird zunächst eine Ebene erstellt, welche die großflächigen Informationen enthält (Low Frequency), aus dieser wird über die Bildberechnungsfunktion der Bildinhalt ermittelt, der als High Frequency bezeichnet wird und die Detailinformationen umfasst.

Anwendungen: Überall dort, wo Farbinformationen unabhängig von Details bearbeitet werden müssen: Peoplefotografie (insbesondere Beauty), Architekturfotografie, Produktfotografie


Kurz

  • Die Frequenztrennung kann sowohl am Beginn einer Bearbeitung stehen als auch innerhalb dieser stattfinden
  • Es können mehrere Frequenztrennungen innerhalb einer Bildbearbeitung stattfinden
  • Die Anwendung der Frequenztrennung beschränkt sich nicht auf die Peoplefotografie, sondern kann überall dort verwendet werden, wo Bilddetails unabhängig von der Farbe retuschiert werden müssen
  • Die Low-Frequeny-Ebene beinhaltet großflächige Informationen (meist Farbe)
  • Die High-Frequeny-Ebene beinhaltet Detailstrukturen
  • Die Ebenen einer Frequenztrennung können zu einer Gruppe zusammengefasst werden
  • Von den beiden Ebenen können Arbeitskopien angefertigt werden um bei der Bearbeitung einen Fallback zu haben

Vorgehensweise

  • Version Photoshop: 23.5.1
  • Werkzeuge in Adobe Photoshop: Ebenen, Gaußscher Weichzeichner, Bildberechnungen, Kanalberechnungen

Ausgangsfoto

Ausgangsfoto
  • Eine Frequenztrennung kann sowohl am Beginn einer Bildbearbeitung stehen als auch innerhalb des Bearbeitungsvorganges stattfinden
  • Werden für die Bearbeitung vor der Frequenztrennung Ebenen eingefügt, muss anstatt der Bildberechnung eine Kanalberechnung durchgeführt werden, bei dieser ist die Ausgangsebene für die Bildtrennung wählbar
  • Es können mehrere Frequenztrennungen innerhalb einer Bearbeitung stattfinden

Schritt 1: Anlegen der Bildebenen für die Frequenztrennung

  • Als Ausgangsdatei dient hier eine geladene Datei, die Frequenztrennung kann ebenso als Bearbeitungsschritt in einem komplexeren Workflow integriert werden
  • Das Ausgangsbild wird auf zwei neue Layer kopiert, die für die spätere Auftrennung der Bildinformationen benötigt werden. Diese Ebenen sollten entsprechend benannt werden.
Neue Ebenen für die Frequenztrennung

Schritt 2: Low Frequency Layer (LFL)

  • der LFL enthält die Bildinformationen die über einen größeren Bereich gelten (meist Farbinformationen)
  • Die High Frequency Ebene muss ausgeblendet sein um die Wirkung des Weichzeichners zu erkennen
  • Weichzeichnen mit dem Gaußschen Weichzeichner (Filter -> Weichzeichnungsfilter -> Gaußscher Weichzeichner).
  • Die Stärke der Weichzeichnung hängt von der Größe und Auflösung des Bildes zusammen, als Faustregel gilt, dass die Details, die bearbeitet werden sollen nicht mehr zu erkennen sind
Weichzeichnen

Schritt 3: High Frequency Layer (HFL)

  • Der HFL enthält die Detailinformationen des Bildes.
  • Ermittelt wird der HFL durch die Subtraktion der LF – Bildinformationen vom Ausgangsbild mittels:
    • Bildberechnung (Menu: Bild -> Bildberechnungen…)
      • Ausgangsbild ist hier die (bearbeitete) Datei, Ebenen können nicht gewählt werden oder
    • Kanalberechnungen einer Frequenztrennung innerhalb einer Bearbeitung (Menu: Bild -> Kanalberechnungen…)
      • Bei der Kanalberechnung muss der Ausgangsebene für die Subtraktion ausgewählt werden
    • Die Einstellungen für die Frequenztrennung sind in beiden Fällen identisch
Bildberechnung
Aktive EbeneHigh Frequency Layer
QuelleAusgangsdatei
EbeneLow Frequeny Layer
KanalRGB
Umkehrennicht angehakt
MischmodusSubtrahieren
Deckkraft100%
Skalieren2
Versatz128
Vorgaben für die Bildberechnung des HFL
High Frequency Layer

Schritt 4: Zusammenführen der Layer

  • Zum Zusammenfügen der Layer den Mischmodus auf Lineares Licht setzen
Zusammenfügen der Ebenen mit Lineares Licht
Resultat der Frequenztrennung

Bearbeitung

  • Die Ebenen können entsprechend der Erfordernisse bearbeitet werden

Arbeitskopien der Layer

Schritt 5: Arbeitskopie LFL

  • Eine Arbeitskopie des LFL kann durch einfaches Kopieren des Layers erstellt werden.
  • Die nicht verwendete Kopie kann als Backup bereitgehalten werden. Ebenso können Snapshots von Zwischenständen der Bearbeitung so gesichert werden.
  • Die Arbeitsebene kann farblich markiert werden. Hierzu mit der rechten Maustaste auf dem Auge des Layers das PullDown – Menu aufrufen.

Schritt 6: Arbeitskopie HFL

  • Als Arbeitslayer für die Detailinformationen wird aus dem HFL eine Schnittebene erstellt.
  • Hierzu wird zunächst die Ebene Kopiert
  • Mit gedrückter Alt – Taste wird mit der linken Maustaste zwischen die Ebenen in der Ebenenanzeige gedrückt.
  • Die Arbeitsebene kann farblich markiert werden. Hierzu mit der rechten Maustaste auf dem Auge des Layers das PullDown – Menu aufrufen.

Schritt 7: Zusammenfügen der beiden Layer zu einem neuen Gesamtbild

Starkes Überzeichnen der Details beim Modus “Lineares Licht”
Ebenenzusammenführung “Normal”
Normales Ergebnis mit “Normal”

Schritt 9: Gruppieren der Layer

  • Zusammenfassen der Frequenztrennung zu einer Gruppe um diese als einen Bearbeitungsschritt in der Bearbeitung beizubehalten

Anmerkungen

  • Der Wert der Unschärfe für den Low Frequency Layer richtet sich nach dem Ausgangsbild
  • Es können innerhalb einer Bildbearbeitungen mehrere Frequenztrennungen durchgeführt werden
  • Eine übermäßige Bildbearbeitung führt zu einer wachs- oder leichenartigen Anmutung der Gesichtsoberfläche
  • Viele Probleme die über die Frequenztrennung behoben werden, können bereits bei der Aufnahme durch entsprechendes Licht vermieden werden
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